Mögliche Störherde

Nach dem heutigen Stand des Wissens teilen wir ein in

Chronisch entzündliche Störherde

Chronisch entzündliche Störherde, wie z. B. eine Kieferhöhlenentzündung, können den Körper in eine ständige Entzündungsbereitschaft versetzen und damit eine Krankheitsbereitschaft unterhalten.

Entzündliche Störherde können sein:

Die meisten der oben aufgeführten Störherdmöglichkeiten sind dem Patienten oft gar nicht bewusst. Sie werden deshalb in der üblichen Anamnese meist nicht erfasst. Eine effiziente Herddiagnostik kann sie jedoch aufdecken.

Zahnstörherde

Video: "Zeig mir deine Zähne..." (56MB)

Mit Zahnstörherden sind nicht in erster Linie die akut vereiterten Weisheitszähne und die schmerzende Karies gemeint - die finden Zahnarzt und Patient von alleine heraus. Eine akute Entzündung des Zahnnerven wird den Patienten noch in der Nacht zum Zahnarzt treiben, viele andere Herde im Zahn-Mund-Kiefer-Bereich bereiten jedoch keine oder kaum lokale Beschwerden - zumindest nicht am Ort ihrer Lokalisation, weshalb der Patient den Zahnarzt nicht aufsucht. Später jedoch muss er sich wegen der Folgeerkrankung (z. B. Migräne, Rheuma) an andere Fachdisziplinen wenden.

Solche klinisch oft unauffälligen und manchmal auch röntgenologisch schwer oder nicht zu erkennenden Zahnherde können sein:

Aus jahrzehntelanger Erfahrung weiß man, dass jeder Zahn sein eigenes bevorzugtes Gebiet hat, wo er im Fall einer Beherdung besonders häufig hin stört: z.B. die Frontzähne in den Urogenitalen Bereich (Blase, Prostata, Unterleib), die Eckzähne auf die Augen, die hinteren Backenzähne auf die Schulter. Außerdem stören die Zähne auch gerne auf jeweils bestimmte Abschnitte der Wirbelsäule (geeignetes Buch für Patienten: Dirk Schreckenbach.: An jedem Zahn hängt immer auch ein ganzer Mensch, 4. Auflg, Eigenverlag Portal zur Gesundheit, Tel. 06841-4440, Fax 06841-12964, e-mail: Dr.Schreckenbach@web.de).

Narbenstörherde

Bei Narbenstörherden handelt es sich in der Regel um eine messbare Fehlfunktion einiger Narbenzellen, die aufgrund ihrer thermischen, chemischen oder physikalischen Schädigung die Fähigkeit zur aktiven Repolarisation (Entladung) verloren haben. Sie bauen durch ständige weitere passive Depolarisation (Aufladung) ein hohes elektrisches Störpotential auf. Es sind meist nur eine oder zwei kleine Stellen einer Narbe von diesen Störungen betroffen, diese haben dann in der Regel Herdcharakter.

Jede Zelle stellt eine winzige Kalium-Batterie mit einem Potential von 40-90 Millivolt dar. Normal ist, dass auf jeden Reiz das Potential zusammenfällt: Depolarisation. Die Zelle baut es, wenn sie gesund ist, sofort wieder auf: Repolarisation. Die Energie dazu gewinnt sie aus dem Sauerstoff-Stoffwechsel. Nach überstarken oder zu vielen sich summierenden Reizen (chemisch, physikalisch, traumatisch - Narbenbildung!) gelingt ihr das oft nicht mehr aus eigener Kraft. Die weitgehend dauerdepolarisierte, dann anfällige oder kranke Zelle ist nicht mehr voll an die Gesamtinformation angeschlossen und kann ihre Funktion nicht mehr richtig ausüben. Sie sendet aber mit rhythmischen elektrischen Entladungen Störimpulse aus - ein Störherd bildet sich. Dieser kann dann wie bereits beschrieben an der schwächsten Stelle des Körpers störend einwirken.

Bekannt ist dies schon seit langem vom Herzinfarkt: Wenn ein Patient infolge des Infarkts sterben muss, ist die häufigste Ursache gefährliche Herzrhythmusstörungen. Diese werden von kleinen Narben im Infarktrandgebiet ausgelöst! Wie oben beschrieben, stören die geschädigten Zellen als Störquelle das elektrische Reizleitungssystem des Herzens, die Folge: u.U. tödliche Rhythmusstörungen.

Jede Narbe, auch eine innere Narbe, kann diese elektrischen Reize aussenden und damit ein Störherd sein. Oft sind nur kleine Teile einer Narbe betroffen. Es entwickeln sich besonders häufig solche Narben zum Störherd, die kompliziert verheilt sind, künstlich offen gehalten wurden (Drainstellen) oder Granulome gebildet haben. Manchmal sind es jedoch auch die ganz "unschuldigen", primär geheilten, kosmetisch gut gelungenen Narben, die eine starke Störwirkung haben können. Wie oben bereits erwähnt, sind meistens nur ein (oder allenfalls zwei) Punkte einer kleinen oder großen Narbe als Herd aktiv, diese müssen bei der lokalen Untersuchung ganz genau ausfindig gemacht werden. Unter Anwendung der Herddiagnostik nach BAHR zeigt sich, dass etwa 50 % aller diagnostizierten Störherde Narben sind.

Warum dabei die eine Narbe zum Störherd wird und die andere nicht, wissen wir noch nicht mit Sicherheit. Hier hilft die gedankliche Brücke zur Akupunktur, um diese Zusammenhänge zu verstehen. Denn interessanterweise finden wir immer wieder, dass bevorzugt solche Narben stören, die den Verlauf eines Meridians queren. Die Praxis zeigt, dass eine Unterbrechung oder Blockierung eines Meridians Beschwerden in dessen Verlauf zur Folge haben kann. Die durch solche Narbenstörherde unterhaltene Symptomatik liegt oft sehr eindrucksvoll genau im Bereich des weiteren Meridianverlaufs.

Ein sehr einfaches Beispiel ist der Vergleich der Meridiane mit den elektrischen Leitungen im Haus: Alle Meridiane sind wie elektrische Leitungen miteinander verschaltet und verbunden. Analog wird, wenn man im Keller das entsprechende Stromkabel abklemmt, eben auch im Dachboden das Licht ausfallen.

Bei Narbenstörherden sollte man folgende Möglichkeiten nicht vergessen:

Narben auf der Oberschenkelrückseite stören eher selten, während eine Pfannenstielnarbe (Narbe nach Kaiserschnitt entlang der Schamhaargrenze) oder eine Leistennarbe häufiger Störwirkung haben. Grund: Sie betreffen in ihrem Verlauf mehrere Meridiane auf einmal.

Sind Beschwerden (z. B. Migräne) auf die Blockierung eines Meridians zurückzuführen, stellt die Ausschaltung des Herdes die einzige wirklich kausale Therapie dar!