Störherderkennung und -behandlung

Wie Ihr Arzt Störherde findet

In der inneren Medizin ist ein "Herdscreening" bereits Standard: Mittels aller zur Verfügung stehender Techniken wird nach Herden gesucht. Man denkt dabei in erster Linie an entzündliche Prozesse an den Nasennebenhöhlen, an Galle, Bauchspeicheldrüse, Unterleib oder an den Zähnen.
Leider entziehen sich jedoch viele Herde auch einer ausgefeilten und modernen bildgebenden oder laborchemischen Diagnostik. Schon so mancher Zahn wurde "auf Verdacht" gezogen, ohne dass sich an der Symptomatik etwas geändert hätte. Narben als Störherdmöglichkeit werden in der Regel nicht in Betracht gezogen (und dabei stören sie recht häufig).
Zu Beginn dieses Jahrhunderts verleitete der Erfolg, der nach Extraktion von Zähnen manchmal an anderen Teilen des Körpers auftrat, eine Anzahl von Zahnärzten und Ärzten dazu, hinter jedem unerklärlichen Symptom einen Zahn oder, noch schlimmer, alle Zähne als Verursacher zu sehen. Es kam zu einem wahren Exodentismus, Unmengen von teils kranken, teils gesunden Zähnen wurden gezogen, nicht immer mit dem gewünschten Erfolg (da eben nicht jeder Zahn stört).

Huneke hatte zwar das Störherdgeschehen entdeckt und auch eine mögliche Form der Behandlung. Er konnte jedoch innerhalb seiner Methode Herde und insbesondere den für das Störherdgeschehen so wichtigen Hauptherd noch nicht gezielt diagnostizieren. Er war, wie auch die meisten der heutigen Neuraltherapeuten, darauf angewiesen, alle Narben nacheinander probeweise zu unterspritzen. Hat ein Patient viele Narben, die als Störherd in Frage kommen (prinzipiell kann jede Narbe stören), dann kann man sich vorstelle, dass es sich hier um eine langwierige und natürlich schmerzhafte Prozedur handeln konnte. Unterspritzt man viele Narben gleichzeitig und stellt sich danach eine Besserung ein, weiß man hinterher immer noch nicht sicher, welche Narbe der wirkliche Herd gewesen ist. Da ein Störherd in der Regel mehrfach unterspritzt werden muss, muss ein Patient deshalb die gesamte Prozedur für alle Narben mehrmals über sich ergehen lassen - will man nicht jede Narbe in Einzelsitzungen nacheinander probeweise unterspritzen. Bei den Zähnen wird es noch schwieriger, denn die kann man ja nicht probeweise ziehen, um den Effekt auf das Krankheitsgeschehen zu beurteilen.
Und genau hier liegt die eigentliche Schwierigkeit aller Herdtherapeuten, die lediglich die Techniken der Neuraltherapie anwenden: Wo ist der störende Herd zu suchen? Welche von mehreren Narben stört? Welcher wurzelbehandelte Zahn sollte entfernt werden? Wie kommt man an einen Störherd im Inneren des Körpers heran?
Die Antwort ist einfach - über die Ohrreflexzonen (Nogier/Bahr). Der ganze Körper ist am Ohr als Reflexzone abgebildet.

Ohrreflexzonen
Abb. 8: Ohrreflexzonen

Immer dann, wenn irgendwo im Körper etwas nicht in Ordnung ist, kann man im Bereich der zugehörigen Reflexzone am Ohr einen elektrisch veränderten Punkt messen. Hat z.B. eine Narbe an der Hüfte Störwirkung, wird man im Bereich der Hüfte einen solchen Punkt mit einem kleinen Messgerät finden können. Stört die Narbe nicht, ist der zugehörige Bereich am Ohr elektrisch stumm (neutral). Das Praktische an dieser Methode ist, dass man über die Ohrreflexzonen den gesamten Körper auf Störungen untersuchen kann. Innere Narben (z. B. nach Blinddarm-Operation oder nach Kaiserschnitt) können in ihrer Störwirkung auf diese Weise ebenfalls erkannt werden (man kann sie ja nicht probeweise unterspritzen wie Narben an der Körperoberfläche, da diese Stellen hierfür unzugänglich sind).
Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass auch Narben oder Entzündungen gefunden werden können, die vom Patienten entweder nicht mehr erinnert werden oder die er vergessen hat, anzugeben. Eine klinisch nicht auffallende Störstellen wird auf diese Weise gern übersehen.

Die Austestung der Störherde über die Ohrakupunktur hat den Vorteil, dass man schon vor der Behandlung eindeutig erkennen kann

Diese Störherdsuche ist zielgerichtet, man kommt schnell an das wirkliche Problem. Die Herdausschaltung gelingt schnell, sicher und effektiv, weniger Sitzungen bedeuten auch geringere Kosten.